Ihre Fragen – unsere Antworten


Was versteht man unter Erdwärme bzw. Geothermie?

Geothermische Energie (= Erdwärme) ist die in Form von Wärme gespeicherte Energie der Erde. Das Wort Geothermie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus «geos» Erde und «thermos» Wärme zusammen.

Wie gross ist die nutzbare Temperatur im Erdinnern?

Ab einer Tiefe von ca. 1,2 Meter herrscht bereits ganzjährig Frostfreiheit. Im Schweizer Mittelland liegen in einer Tiefe von 10 Metern die Temperaturen unabhängig der Jahreszeit relativ konstant bei 11 bis 12 °C und steigen je 100 Meter Tiefe im Schnitt um rund 3 °C an. In einer Tiefe von 500 Metern beträgt die Temperatur in den meisten Regionen etwa 25 bis 30 °C.

Wie lange dauert der Einbau einer oberflächennahen Sonde?

Eine typische Installation für ein Einfamilienhaus, mit einer Bohrung von rund 160 Metern, liegt bei zwei bis drei Tagen – sofern keine speziellen Verhältnisse vorliegen (Sandbetten, Hohlräume oder Ähnliches).

Woran erkennt man, ob die Wärmequellenanlage korrekt installiert ist?

Nach dem Verfüllen müssen Druckproben durchgeführt werden. Um eine hohe Ausführungsqualität zu gewährleisten, sollte nur eine Fachfirma mit Erfahrung und mit FWS-Gütesiegel beauftragt werden.

Wie hoch ist der Energieverbrauch einer Wärmepumpe?

Mit einer Elektro-Wärmepumpe, die in Kombination mit Erdwärme genutzt wird, werden Jahresarbeitszahlen zwischen 3,4 und 4 erreicht, d.h., in einer Einheit nutzbarer Wärme steckt rund ein Viertel Strom. Für den Betrieb einer Gas-Wärmepumpe wird kein Strom, sondern es werden rund zwei Drittel Erdgas benötigt. Je nach Wahl der Strom- bzw. Gasprodukte kann sogar CO2-frei beheizt werden.

Müssen Erdwärmesonden mit Frostschutzmittel betrieben werden?

Es kann notwendig sein, Frostschutzmittel zuzusetzen. Dabei handelt es sich um Mittel auf der Basis von Glykol. Zum Schutz des Grundwassers dürfen nur solche Frostschutzmittel verwendet werden, die auch für Lebensmittel zugelassen sind.

Wird durch die Nutzung von Erdwärme die Vegetation des Grundstückes beeinflusst?

Bei korrekter Auslegung und Nutzung der Erdwärmesonde wird die Vegetation nicht beeinträchtigt.

Sind Wärmepumpen auch bei Haussanierungen geeignet?

Ja. Die rasante technische Weiterentwicklung der Wärmepumpen hat dazu geführt, dass Wärmepumpen heute auch für das in der Regel höhere Temperaturniveau für den Heizungsvorlauf bei Altbauten ohne Weiteres ausreichen. Wie bei jeder Heizungsmodernisierung muss die Anlage passend zum Gebäude ausgelegt werden.

Kann ich ein System zur Erdwärmenutzung zusätzlich zu meiner bestehenden Heizung einbauen?

Grundsätzlich ist dies möglich. Um einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen, sollten die Heizkörper mit niedriger Temperatur betrieben werden.

Muss ein mit Erdwärme beheiztes Haus besonders gedämmt sein?

Grundsätzlich nein. Jedoch vermindert eine bessere Dämmung die Heizlast und den Wärmebedarf. Das Risiko, Kollektorenfelder einzufrieren, wird damit gemindert. Auch können ggf. vorhandene Heizkörper mit niedriger Temperatur und daher besserer Arbeitszahl betrieben werden.

Ist für eine Erdwärmesonde eine Baubewilligung notwendig?

In der Regel ist für eine Erdwärmesonde ein Bewilligungsverfahren notwendig. Das Bewilligungsverfahren ist kantonal geregelt.